Kantate (Singt Gott, dem Herrn, ein neues Lied)

 

Da versammelte Salomo alle Ältesten Israels, alle Häupter der Stämme und die Fürsten der Sippen Israels in Jerusalem, damit sie die Lade des Bundes Gottes, des Herrn, hinaufbrächten aus der Stadt Davids, das ist Zion.

Und es versammelten sich beim König alle Männer Israels zum Fest, das im siebenten Monat ist.

Und es kamen alle Ältesten Israels, und die Leviten hoben die Lade auf und brachten sie hinauf samt der Stiftshütte und allem heiligen Gerät, das in der Stiftshütte war; es brachten sie hinauf die Priester und Leviten.

Aber der König Salomo und die ganze Gemeinde Israel, die bei ihm vor der Lade versammelt war, opferten Schafe und Rinder, so viel, dass es niemand zählen noch berechnen konnte.

So brachten die Priester die Lade des Bundes Gottes, des Herrn an ihre Stätte, in den innersten Raum des Hauses, in das Allerheiligste, unter die Flügel der Cherubim, dass die Cherubim ihre Flügel ausbreiteten über die Stätte der Lade. Und die Cherubim bedeckten die Lade und ihre Stangen von oben her.

Die Stangen aber waren so lang, dass man ihre Enden vor dem Allerheiligsten sah, aber von außen sah man sie nicht. Und sie war dort bis auf diesen Tag.

Und es war nichts in der Lade außer den zwei Tafeln, die Mose am Horeb hineingelegt hatte, die Tafeln des Bundes, den Gott, der Herr, mit Israel geschlossen hatte, als sie aus Ägypten zogen.

Und die Priester gingen heraus aus dem Heiligtum – denn alle Priester, die sich eingefunden hatten, hatten sich geheiligt, ohne dass man auf die Abteilungen geachtet hätte –, und alle Leviten, die Sänger waren, nämlich Asaf, Heman und Jedutun und ihre Söhne und Brüder, anget,an mit feiner Leinwand, standen östlich vom Altar mit Zimbeln, Psaltern und Harfen und bei ihnen hundertzwanzig Priester, die mit Trompeten bliesen.

Und es war, als wäre es einer, der trompetete und sänge, als hörte man eine Stimme loben und danken Gott, dem Herrn. Und als sich die Stimme der Trompeten, Zimbeln und Saitenspiele erhob und man Gott, den Herrn, lobte: »Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig«, da wurde das Haus erfüllt mit einer Wolke, als das Haus Gottes, des Herrn, sodass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus Gottes.

2. Chronik 5,2-14

 

Liebe Gemeinde, liebe Mitmenschen,

diese Woche ist es also wieder soweit. Der Fußball rollt wieder, wenn auch vor fast leeren Rängen. Es fehlen die Gesänge und Anfeuerungen, der Beifall und die Pfiffe. Dabei gehört das doch zum Fan-sein mit dazu, die eigenen anzufeuern und den anderen die Stimmung verderben. Selbst wer sich nicht für Fußball interessiert kennt Menschen, die Lieblingsvereine haben, sie unterstützen 

Im heutigen Predigttext sehen wir auch zwei Gruppen, die Priester und die Leviten. Die Verfasser sind erkennbar Fans der Levitenmannschaft und beschreiben sie sehr positiv. 

Die Priestermannschaft dagegen wird als ein eher ungeordneter Haufen beschrieben, „denn alle Priester, die sich eingefunden hatten, hatten sich geheiligt, ohne dass man auf die Abteilungen geachtet hätte.“ Dabei waren sie doch von Rang her höher angesiedelt als die Leviten. Um im Fußballvergleich zu bleiben, FC Homburg gehen SFV Jägersburg.

Und dennoch finden sie sich am Ende zusammen. Dort heißt es: „Und es war, als wäre es einer, der trompetete und sänge, als hörte man eine Stimme loben und danken Gott, dem Herrn“. Auch wenn sie sich vorher nicht ganz grün gewesen waren, jetzt, wo es darauf ankommt, da reden, spielen oder singen sie mit einem Mund. Worauf es ankommt ist Gott, den Herrn, zu loben. Denn er hat ein Herz für Armen und meint es gut mit den Menschen seines Volkes. So zeigt er seine Güte.

Auch bei uns heute haben Menschen, die an den Gott, den Herrn, glauben, unterschiedliche Auffassungen oder Blickwinkel zu ihrem Glauben. Was den einen schon zu modern daherkommt, ist für die anderen immer noch viel zu konservativ. Manche sagen: „Die Kirche ist für das Innere des Menschen, seine Seele zuständig“. Andere fordern: „Die Kirche muss sich öffentlich zu Wort melden und sich zu den Problemen der Zeit äußern“. 

Wie wir aus dem Predigttext lernen können, sind diese unterschiedlichen Stimmen wichtig und richtig. Wer von uns könnte alles allein erfassen, was und wer Gott, der Herr, für uns ist? Die darin erkennbare Vielfalt bewahrt uns davor, uns besser, wichtiger oder was auch immer zu fühlen als andere Christenmenschen. Sie hilft uns, den gemeinsamen Ton zu finden, aus dem das Lob für Gott klingt. Denn um ihn geht es, nicht um menschliche Eitelkeiten oder Wunschvorstellungen.

Damit der Ton zum Lob Gottes komplett ist, soll auch ich dazu beitragen. Es kommt also auf jede Stimme an. Ohne Ihre, ohne meine wäre der Ton nicht vollständig. Darum ist jeder und jede von uns aufgefordert, die Stimme des Glaubens zum Lob Gottes zu erheben. Das gibt diesem Ton den langen Atem, der durch die Zeit, von Generation zu Generation weiter erklingen kann. Darum ist es gut, dass am nächsten Wochenende nicht nur der Ball rollt, sondern wir uns auch wieder, wenn auch unter bestimmten Bedingungen, wieder zum Gottesdienst in der Kirche einfinden können. Aus diesem Grund legt der Blog eine Pause ein, in der Erwartung, dass die Öffnungen weitergehen und wir uns bald wieder wie gewohnt versammeln können. 

Ich freue mich aufs Wiedersehen und darauf, gemeinsam mit Ihnen den Ton zum Lob Gottes anstimmen zu können.

Amen

 

 

Wir danken dir, Gott, für alle Musik, 

die dich lobt und uns froh macht. 

Deine Treue ist alle Morgen neu, 

deine Liebe ist ohne Grenzen. 

Du bist bei uns auch in den Tagen der Not und der Anfechtung, 

der Hoffnungslosigkeit und des Schmerzes. 

Darum preisen wir deine Barmherzigkeit und singen dein Lob. 

Wir denken vor dir an die Menschen, 

denen Leid und Sorge den Mund verschlossen haben; 

die nicht singen, sondern seufzen; 

die nicht loben, sondern klagen; 

die an den Missklängen des Lebens leiden. 

Segne alle, die uns mit Musik erfreuen und dir dienen. 

Wir bitten dich, barmherziger Gott: 

Lass uns einstimmen in das Lied des Glaubens und der Hoffnung. 

Wir danken dir, Gott, für die Musik, 

die dich lobt und uns froh macht. 

Dir sei Ehre in Ewigkeit. 

Amen.

Wenn Sie möchten, können Sie jetzt ein Vaterunser beten.

Jubilate (Jauchzt Gott, alle Lande)

 

Jesus sagte zu seinen Jüngern: Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. 

Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe. 

Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. 

Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt.

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. 

Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. 

Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. 

Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.

Johannes 15,1-8

 

Liebe Gemeinde, liebe Mitmenschen,

jubeln soll ich, sollen wir heute an diesem Sonntag. Aber so manches von uns bleibt in diesem Tagen der Jubel regelrecht im Hals stecken. Zu sehr lasten die Folgen des Corona Virus noch auf unserem Alltag. Auch wenn es jetzt kleinere Lockerungen gibt oder gerichtlich verordnet geben muss: noch ist unklar, wie sich die nahe und etwas weitere Zukunft gestalten lässt. menschen sorgen sich um ihre Gesundheit, ihre Arbeitsstelle oder ihren Schulabschluss. Wird unser Alltag irgendwann mal wieder so aussehen, wie er vor dem Ausbruch des Virus war? Oder doch ganz anders.

Fragen über Fragen, die unbeantwortet bleiben müssen, da niemand von uns die berühmte Glaskugel besitzt, in der das alles abzulesen wäre.

Und dann ein Jubelsonntag? 

Johannes schreibt sein Evangelium in einer äußerst schwierigen und für die Menschen, die sein Evangelium hören oder lesen, bedrängenden Zeit. Die Folgen des Jüdisch-Römischen Krieges von 66 bis 70 nach Christus sind noch längst nicht verdaut. Viele leiden, sorgen sich ums tägliche Brot, sehen sich bedroht und bedrängt von einigen, die ihnen ablehnend, manchmal regelrecht feindlich gesinnt sind, und das bis in die eigene Familie hinein. Der erwartete Messias, Jesus, ist trotz anders lautender Versprechen bisher nicht wieder gekommen. Manche haben daraus die Konsequenz gezogen und die Gemeinschaft verlassen. 

Wie kann Johannes, denen, die bleiben, helfen, ihnen unter die Arme greifen und eine Perspektive geben?

Er nimmt ein Bild auf, das sie aus ihrer Bibel kennen. Psalm 80 ist eine Bitte an Gott, seinem Volk zu helfen. Dazu wird an die Geschichte erinnert, unter anderem mit den Worten: „Einen Weinstock hast du aus Ägypten ausgehoben, Völker vertrieben und ihn eingepflanzt. …Gott, mächtig über Heere, schaue doch wieder vom Himmel und sieh, gedenke deines Weinstocks, des Setzlings, den Deine Rechte gepflanzt, des Sohnes, den Du Dir stark gemacht hast“. 

Was in diesem Psalm auf das ganze Volk Israel gesprochen wird, wendet Johannes allein auf Jesus an, damit auch Menschen außerhalb des Volkes zum Gott der Bibel kommen, ihm vertrauen können.

Er tut es so, dass sich die menschen, die sein Evangelium gewiss sein können: Ihr gehört als Frucht zu diesem Weinstock. Sie müssen nicht erst dazu werden. „Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.“, sagt Jesus im Predigttext. Im Hören auf das Wort wächst die Frucht des Weinstocks. 

Das gibt uns heute die Gewissheit, ebenfalls zu dem wahren Weinstock zu gehören. dazu müssen wir uns weder verbiegen noch Heldentaten vollbringen oder Mutproben bestehen. Warum also gehen, wenn uns doch ein gelingendes, erfülltes und getragenes Leben verheißen ist? Kein Grund zu gehen, aber etliche Gründe zu bleiben und sich darüber zu freuen.

Amen

 

Gott, du Ursprung allen Lebens,

auch wenn anderes im Moment unseren Blick gefangen nehmen will, so sehen wir doch deutlich:
Sanfte Winde wehen, Zweige treiben Knospen und Blüten, die Erde schmückt sich wieder,
Vögel wecken uns mit ihrem Lied. Wie eine fröhliche Melodie ist deine Güte. 

Wir danken dir für so viel neu geschenktes Leben, für jeden neuen Tag, für jedes gute Wort, das uns erreicht, für jede Freundlichkeit, die uns gelingt. 

 

Wir bitten dich:
Lass deine Freude durchdringen zu allen Menschen;
besonders zu Kranken und Traurigen, dass ihr Lebensmut gestärkt wird,
und zu denen, die von Sorge geplagt sind, dass sie offen werden für die schönen Augenblicke des Lebens. 

 

Wir bitten dich:
Lass deine Freude durchdringen zu allen, die unter Spannungen leiden
in Familie und Schule, am Arbeitsplatz und in der Gemeinde,
dass sie sich nicht voreinander verschließen, sondern aufeinander zugehen
und sich freundlich begegnen. 

Du, Gott, bist der Grund aller Freude. Dir danken wir, dich loben wir,
denn deine Güte währt ewig.
Amen. 

 

Wenn Sie möchten, können Sie jetzt ein Vaterunser beten.

Quasimodogeniti (Wie neugeborene Kinder)

Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat all dies geschaffen? Gott führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt.

Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem Herrn verborgen, und mein Recht geht an meinem Gott vorüber«?

Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich.

Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden.

Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen; aber die auf Gott, den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.                         Jesaja 40,26-31

 

 

Liebe Gemeinde, liebe Mitmenschen,

an unzähligen Betten ist das Lied gesungen worden und wird es bis heute gesungen:

 

Weißt du, wie viel Sternlein stehen
An dem blauen Himmelszelt
Weißt du, wie viel Wolken gehen
Weit hinüber alle Welt
Gott der Herr hat sie gezählet,
Dass ihm auch nicht eines fehlet
An der ganzen großen Zahl
An der ganzen großen Zahl

Weißt du wie viel Mücklein spielen
In der hellen Sonnenglut
Wie viel Fischlein auch sich kühlen
In der hellen Wasserflut
Gott der Herr rief sie beim Namen,
Dass sie all ins Leben kamen,
Dass sie nun so fröhlich sind,
Dass sie nun so fröhlich sind

Weißt du, wie viel Kinder frühe
Stehen aus ihrem Bettlein auf,
Dass sie ohne Sorg und Mühe
Fröhlich sind im Tageslauf
Gott im Himmel hat an allen
Seine Lust sein Wohlgefallen
Kennt auch dich und hat dich lieb
Kennt auch dich und hat dich lieb

Der Dichter, Wilhelm Hey, hatte die Bibelstelle aus dem Jesajabuch vor Augen, als er dieses Lied verfasste.1789 geboren, wuchs er in einem Pfarrhaus auf und wurde ebenfalls Pfarrer, später Superintendent in der Nähe von Erfurt. Er warb für ein lebendiges Christentum, engagierte sich vor allem für Handwerker. Er gründete für sie eine Hilfskasse mit und betreute in einer Schule Lehrlinge aus dem Handwerk, um sie weiterzubilden. Zusätzlich bot ein von ihm unterstütztes Kinderheim arbeitenden Müttern Hilfe bei den Sorgen um die eigenen Kinder. Eine bis heute aktuelle Aufgabenstellung. Hey wurde von der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg die Ehrendoktorwürde verliehen, als „einen um ganz Deutschlands Jugend hochverdienten Mann“. Er starb 1854.

Mit seinen Versen „Weißt du…“ trifft er genau den Kern des Textes aus dem Jesajabuch. Dieser wendet sich an Menschen, die auf dem Weg zurück in die Zukunft sind. Zurück, das ist ihre Heimat, das von Gott selbst gezeigte Land. Leichtsinniges politisches Taktieren, Großmannssucht und Realitätsverweigerung führten zu einer katastrophalen Niederlage. Viele wurden in Kriegsgefangenschaft nach Babylonien gebracht. Nun ging diese Zeit zu Ende und die Rückkehr in die Heimat sollte erfolgen. Doch wie sah die Zukunft dort aus? Worauf kann man bauen, auf wen vertrauen? Der Schreiber verweist auf Gott, den Gott Israels. Er behält das letzte Wort, begleitet und geleitet die Menschen des von ihm gerufenen Volks. Trotz aller Widrigkeiten ist er an seiner Seite geblieben, trotz allem Versagen und aller Schuld, gilt auch weiterhin, dass Gott treu ist und bleibt.

Auch wir sind aktuell auf dem Weg zurück in die Zukunft. Zurück in einen Alltag, der wieder uneingeschränkt gestaltet werden kann. Wird er sich in Zukunft von dem unterscheiden, wie er vorher war? Welche Lehren ziehen wir aus dem, was uns aktuell aufgegeben ist? 

Wie auch immer die Zukunft aussehen wird. Dank Jesus Christus dürfen wir uns mit dem Volk Israel sagen lassen: Gott ist und bleibt treu. Oder wie Wilhelm Hey es gedichtet hat: 

Kennt auch dich und hat dich lieb.

Amen

Wir danken dir, Gott,

dass du mit der Auferweckung Jesu Christi dem Tod die Macht genommen hast

und einstehst für das Leben.

Wir bitten dich für alle, die im Schatten des Todes leben:

für Alte, Einsame und Verzweifelte, für Kranke und für Sterbende.

Sende ihnen das Licht deiner Hoffnung,

damit sie Trost finden und gestärkt werden.

Wir bitten dich für alle, die dem Leben dienen:

für Ärztinnen und Ärzte, Schwestern und Pfleger, für alle Menschen in sozialen Berufen,

dass sie begleiten und ermutigen, pflegen und heilen.

Lass ihr Verständnis Mut machen und ihre Hilfe Hoffnung schenken.

Wir bitten dich für alle, denen es schwer fällt zu glauben,

die zweifeln an deiner Liebe, die sich abgekehrt haben im Laufe ihres Lebens,

die gleichgültig sind gegenüber deiner Botschaft.

Lass sie spüren, dass wir alle dich brauchen für ein gutes, sinnerfülltes Leben.

Wir bitten dich für alle, die getauft worden sind,

für ihre Eltern und Großeltern, für alle, die Verantwortung für sie tragen.

Lass sie im Glauben wachsen und gemeinsam auf dem Weg bleiben zu dir.

Gott, schenke von deiner Kraft – so viel, so reichlich,

dass wir alle immer wieder aufstehen und tragen, was uns das Leben aufgibt.

Amen.

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Miserikordias Domini (Die Barmherzigkeit, Gottes, des Herrn)

Christus hat gelitten für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; der, als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte, nicht drohte, als er litt, es aber dem anheimstellte, der gerecht richtet; der unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben.
Durch seine Wunden seid ihr heil geworden.
Denn ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.
1. Petrus 2,21-25
Liebe Gemeinde, liebe Mitmenschen,
bestimmt kennen Sie solche Situationen. In einer Runde wird eine ziemlich unangenehme Aufgabe beschrieben. Und dann kommt die Frage: „Wer macht das?“. Wie auf Kommando richten alle den Blick nach unten. „Wenn ich nicht hinschaue, werde ich auch nicht gesehen“, mag dabei die Hoffnung sein. Und wehe, wer zuerst aufblickt! Das gilt als Ja, und schon hat man diese unangenehme Aufgabe am Hals.
Sich vor Unangenehmen drücken zu wollen, das ist menschlich. Denn das ist mit Ärger verbunden, zehrt an den Kräften und treibt einen manchmal zur Weißglut. Alles andere als erstrebenswert.
Der Schreiber des 1. Petrusbriefes erinnert daran, dass Jesus Christus, der Gesalbte, eben nicht nach unten geschaut hat, um sich dem Unangenehmen zu entziehen. Er hat sich vielmehr schmähen lassen, hat gelitten und sein Leib wurde „hinaufgetragen ans Holz“, eine harmlos klingende Beschreibung dafür, dass er mit dieser Foltermethode qualvoll getötet wurde.
Und der Schreiber erinnert weiter daran, dass Christenmenschen diesem von Christus gegebenen Beispiel folgen, in seine Fußstapfen treten sollen.
Manche waren der Meinung, das heißt, wir müssen – mit aller Gewalt – das Leiden suchen. Aber das wäre abwegig. Es geht darum, dem Leiden nicht auszuweichen, wenn es denn an dem ist.
Andere nahmen das Bild des Hirten auf und meinten, sie müssten einfach blind nachlaufen. Aber auch das wäre abwegig, denn dazu sind die Zeiten zwischen damals und heute viel zu verschieden. Also muss jede Generation, jeder einzelnen Menschen den Weg finden, der aktuell, hier und jetzt, vorgezeichnet ist.
Beides liest sich leichter, als es in der Tat und im Leben umgesetzt werden kann. Darum sind wir darauf angewiesen, immer wieder daran erinnert zu werden. Und der Sonntag, der davon erzählt, dass die Barmherzigkeit Gottes (Miserikordias Domini)nicht aufhört, tut das auf eigene Weise jedes Jahr neu.
Manche Menschen neigen ja dazu, dass dann ganz perfekt umzusetzen. Aber in diesem Perfektionismus ist schon fast automatisch auch das Scheitern angelegt. Nam June Paik, ein aus Südkorea stammender US-amerikanischer Komponist und bildender Künstler gilt als ein Begründer der Video- und Medienkunst. Er hat den Ausspruch getätigt: „Wenn too perfekt, lieber Gott böse“. Aber größer als das, so die Botschaft des Sonntags, ist Gottes Barmherzigkeit. Darauf zu vertrauen, ist der Weg, den Fußstapfen, die vorgezeichnet sind, zu folgen. Dabei können wir auch ausrutschen oder mal daneben treten. Dennoch bleiben wir in Gottes Barmherzigkeit eingeschlossen. Sie hilft uns auf die Füße und zeigt uns den Weg, auf dem wir gehen können.
Amen

Gott der Barmherzigkeit und Güte,
wie ein guter Hirte behütest du uns. Du leitest unsere Schritte richtig und gehst mit uns in Zeiten der Traurigkeit und an Tagen der Freude.

Wir bitten dich für alle, die in Unsicherheit und Angst leben müssen.
Wir denken an die vielen Menschen, die auf der Flucht sind, die zurücklassen müssen, was ihnen Heimat und Geborgenheit war.
Wir sehen ihr Leid. Lass uns nicht abstumpfen und gleichgültig werden.

Wir bitten dich für alle, denen das Notwendige zum Leben fehlt.
Wir denken an die, die Tag für Tag Mangel erleiden.
Wir sehen ihre Not. Lass sie bei uns nicht vergessen sein. Lass uns dankbar mit ihnen teilen, was du uns reichlich schenkst.

Wir bitten für die Menschen, die Schweres durchleiden.
Wir denken an die, die wandern im finsteren Tal, die keinen Ausweg mehr finden.
Wir sehen ihre Angst. Ermutige uns, sie nicht allein zu lassen. Lass uns geduldig bei ihnen bleiben.

Wir leben von deiner Güte. Du schenkst uns, was wir zum Leben brauchen.
Dafür danken wir dir.
Amen.
Wenn Sie möchten, können Sie jetzt ein Vaterunser beten.

 

Ostersonntag

Liebe Gemeinde, liebe Mitmeschen,

Os­tern ist das Fest, an dem Men­schen Hoff­nung tan­ken kön­nen.

Wo vor­her al­les trüb und trau­rig war, wo Men­schen mit ge­senk­ten Köp­fen durch die Ge­gend lie­fen, wo der Schmerz des Ver­lus­tes brann­te, wird es auf ein­mal wie­der hell. Die Köp­fe wer­den ge­ho­ben und zu­ver­sicht­lich nach vor­ne ge­schaut. Der Ab­schied tut noch weh, aber er ver­liert lang­sam sei­nen Schre­cken und sei­ne Qual.

So war es den Schü­lern Jesu er­gan­gen. Von jetzt auf nach­her war Je­sus weg, ge­fan­gen­ge­nom­men, ge­fol­tert, am Kreuz er­mor­det. Al­les schien vor­bei, Ende und aus.

Hin­zu kam, dass sei­ne Schü­ler mit ei­nem schlech­ten Ge­wis­sen un­ter­wegs wa­ren. In der ent­schei­den­den Si­tu­a­ti­on, als es da­rauf an­kam, als Je­sus ge­fan­gen­ge­nom­men wur­de, da hat­ten sie ver­sagt. Sie wa­ren da­von­ge­lau­fen und hat­ten sich ver­steckt. Ein­fach im Stich ge­las­sen hat­ten sie ihn. Ihre Angst vor den Sol­da­ten war grö­ßer als ihre So­li­da­ri­tät mit ih­rem Leh­rer.

Und dann war auf ein­mal al­les an­ders. Er lebt, er wur­de von den To­ten auf­er­weckt. Gott hat ihm die Treue ge­hal­ten. Was im Buch He­se­kiel 37 er­zählt wur­de für ein gan­zes Volk, wird hier an ei­nem die­ses Vol­kes noch­mal be­stä­tigt. Dort heißt es:

So spricht Gott der Herr: Odem, komm her­zu von den vier Win­den und bla­se die­se Ge­tö­te­ten an, dass sie wie­der le­ben­dig wer­den! Und ich weis­sag­te, wie er mir be­foh­len hat­te. Da kam der Odem in sie, und sie wur­den wie­der le­ben­dig und stell­ten sich auf ihre Füße, ein über­aus gro­ßes Heer. Und er sprach zu mir: Du Men­schen­kind, die­se Ge­bei­ne sind das gan­ze Haus Is­ra­el. Sie­he, jetzt spre­chen sie: Un­se­re Ge­bei­ne sind ver­dorrt, und un­se­re Hoff­nung ist ver­lo­ren, und es ist aus mit uns. Da­rum weis­sa­ge und sprich zu ih­nen: So spricht Gott der Herr: Sie­he, ich will eure Grä­ber auf­tun und hole euch, mein Volk, aus eu­ren Grä­bern he­rauf und brin­ge euch ins Land Is­ra­els. Und ihr sollt er­fah­ren, dass ich der Herr bin, wenn ich eure Grä­ber öff­ne und euch, mein Volk, aus eu­ren Grä­bern he­rauf­ho­le. Und ich will mei­nen Odem in euch ge­ben, dass ihr wie­der le­ben sollt, und will euch in euer Land set­zen, und ihr sollt er­fah­ren, dass ich der Herr bin. Ich rede es und tue es auch, spricht der Herr.

Uns be­geg­nen die­se Sät­ze in ei­ner Zeit, in der un­ser All­tag ein­ge­schränkt wird durch ein Vi­rus.

Nie­mand kann ak­tu­ell sa­gen, wann wir uns wieder persönlich treffen kön­nen, um Gott zu lo­ben und zu dan­ken, zu sin­gen, zu be­ten oder auf die Wor­te der Bi­bel zu hö­ren. Ge­ra­de das Os­ter­fest lädt uns dazu ja im­mer neu ein. Denn wir fei­ern an ihm den Sieg des Le­bens über den Tod, der Hoff­nung über die Ver­zweif­lung. 

Die­se Bot­schaft ist nicht an ei­nen Ort ge­bun­den. Sie will uns an­spre­chen und pa­cken, uns trös­ten oder lei­ten wo im­mer wir uns ge­ra­de be­fin­den. Sie gilt in un­se­ren Häu­sern und bei un­se­rer Ar­beit.

Da­rum kön­nen wir auch und ge­ra­de jetzt hof­fen und un­se­ren Tank mit Hoff­nung auf­fül­len las­sen.

Ste­hen wir die­se schwi­eri­gen Tage in Ab­stand, aber mit An­stand und geis­tiger Nähe mit­ei­nan­der durch. Be­ten wir zu Gott und be­ten wir für­ei­nan­der. Ha­ben wir Ver­trau­en ins Le­ben. 

Es wird ir­gend­wann wie­der in ge­wohn­ter Nor­ma­li­tät ge­führt wer­den kön­nen. Amen

Allmächtiger, ewiger Gott, du bist im Himmel

und doch sind wir dir nahe durch Jesus Christus,

den du von den Toten auferweckt hast.

Zu ihm dürfen wir beten.

Christus, die Macht des Todes hast du gebrochen.

Wo Ratlosigkeit und Resignation herrschen,

können Zuversicht und Hoffnung wachsen.

Wir sind dem Tod nicht mehr ausgeliefert.

Du bist das Leben. Du bringst uns Leben.

Christus, wir bitten dich, sei du bei allen,

die müde sind, die mutlos in den Tag gehen.

Begleite, die schwere Wege gehen.

Sei nahe denen, die in Angst leben.

Denen, die keinen Sinn mehr sehen, zeige das Ziel ihres Lebens.

Denen, die am Ende ihrer Kraft sind,

gib Menschen, die ihnen zur Seite stehen und tragen helfen.

Christus, wir bitten dich für uns selbst:

Umgib uns mit deiner Liebe.

Ermutige uns, wenn wir an unsere Grenzen stoßen.

Lass uns nicht verzagen,

wenn Krankheit und Unglück über uns kommen.

Bleibe bei uns in der Stunde unseres Sterbens.

Erhalte uns die Hoffnung:

Du bist das Leben. Du bringst uns Leben.

Christus, du bist unsere Hoffnung und Zuversicht,

die Auferstehung und das Leben.

An dich halten wir uns.

Um deinetwillen wird uns Gott erhören.

Amen.

Wenn Sie möchten, können Sie jetzt ein Vaterunser beten.